Review – Dead Space Ignition DEMO

Ach du meine Güte…

Ich habe die Probefassung von „Dead Space Ignition“ auf meiner 360 gespielt.

Ich weiss nicht, was schlimmer ist: dass Microsoft ernsthaft diesen hingeschluderten Abklatsch eines Graphic Novel mit schlechten Artworks im Stil miserabler Flash-Filme überhaupt auf dem Xbox LIVE Marktplatz veröffentlicht (auch PSN-Benutzer dürfen sich an diesen „Juwel“ erfreuen), oder dass für die Vollversion knapp 5 Euro fällig sind? Für einen solche Müll Geld verlangen? Nach einer Probesession stand fest: den Rotz will ich nicht mal geschenkt!

Die Story des Spiels bildet den Prolog zum kommenden Spiel „Dead Space 2“. Es gibt in der Vollversion mehrere Handlungsstränge (uhhh), vertonte Dialoge mit gestreckten Bildern bzw. Layer-„Animationen“ und ganze drei, ich wiederhole: DREI Minispiele, die zwischen den „Animationssequenzen“ plaziert werden.

Spiel Nr. 1 ist ein primitives Rennspiel, das vom Stil und der Steuerung her an den GameBoy Advance Titel „Dotstream“ aus der „bit generations“ Reihe (das Spiel wurde als WiiWare unter dem Titel „light trax“ in Europa veröffentlicht) angelehnt ist. Mit einigen beweglichen Hindernisse, Beschleunigungsfeldern und weitestgehend spielspaßfreiem Gameplay. Dieses „Rennspiel“ ist das einzige in der Demofassung verfügbare Spiel.

Spiel Nr. 2 ist eine Art „Tower Defense“, die laut dem Test von Eurogamer.de wie simples Button-Mashing funktioniert. Es müssen Viren freigesetzt werden, um den gegnerischen Computerkern zu zerstören.

Spiel Nr. 3 ist halbwegs knifflig, es müssen Laserstrahlen umgelenkt werden, um an diversen Hindernissen vorbei das Ziel zu erreichen. Hier wurde ein wenig mehr Arbeit investiert und scheint strukturierter und spielspaßbringender zu sein als der gesamte Rest des Programms.

Zur besseren Verdeutlichung des Fail-Factor hier ein Trailervideo zu diesem „Spiel“
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=g5HxwnJr9ZE&fs=1&hl=en_GB]

Die Grafik aller Minispiele ist als äußerst primitiv und lediglich zweckmäßig zu beschreiben. Der Sound ist nicht der Rede wert. Die Steuerung funktioniert entsprechend der Vorgaben des jeweiligen Spiels. Die Sprache des Spiels ist entsprechend der Ländereinstelung eurer Konsole, deutsche Dialoge gibt es keine. Alles, was von den matschigen Figuren gesprochen wird, ertönt in bestem Englisch.

Der Lohn der ganzen Mühen: Ein freischaltbarer Anzug für Isaac in „Dead Space 2“ und einige Gamerscore bzw. Trophies. Und das Wissen, dass ein potentielles Spielefranchise wie „Dead Space“ bereits so früh in seiner Lebenszeit eine derartige Bruchlandung hinlegt, dass es einem Zugunglück ähnelt. Man will wegsehen, aber man kann nicht. Ich kann mir vorstellen, dass der Prolog zu „Dead Space 2“ ein wenig umfangreicher hätte aussehen können. Bessere Artworks, bessere Animationen, mehr Spiel für das Geld und mehr Inhalt. Auch wenn dieses Machwerk für Vorbesteller von „Dead Space 2“ kostenlos ist, muss man so seine Kunden vergraulen? So bleibt es unterm Strich nur ein unterdurchschnittliches Downloadspiel zu einem unverschämten Preis. Ganze 5 Euro für ein Zusatzitem in „Dead Space 2“ und die tendenzielle Gefahr von Augenblutungen?

EA, Sumo Digital und Visceral Games: you have been BASHED!!!

– Name und Systeme:
Dead Space Ignition (Xbox 360, PlayStation 3)

– Spieleranzahl:
1 (ist schon einer zuviel)

– Mehrkosten:
400 MS-Points bzw. € 4,99 für dieses Produkt

– gelungen:
das dritte Minispiel mit den Laserstrahlen, kleines Extra für das richtige Spiel „Dead Space 2“

– weniger/nicht gelungen:
der ganze Rest

– hätte besser sein können:
den Begriff „Dead Space“ hätte man auslassen sollen, dieses Spiel zieht das Franchise runter

– Kaufempfehlung für:
Masochisten, Geschmacksverirrte, videospielunerfahrene Leute die sich für den Rest ihres Lebens brandmarken wollen

Bitte beachten!
Dieses Spielereview unterliegt ausschließlich meiner persönlichen Betrachtungsweise und ist zu keinem Zeitpunkt dem Leser Objektivität schuldig. Die Eindrücke und Erfahrungen während des Spielens können, abhängig vom Gemütszustand der spielenden Personen, Fanboyallüren, verwendeter Technik und anderen ggfs. relevanten Faktoren stellenweise erheblich variieren. Dieser Artikel stellt keine Werbung im eigentlichen Sinne dar, sondern spiegelt lediglich meine eigene Betrachtung des Spiels wieder. Das Lesen dieses Artikels ist für alle Altersgruppen gestattet, für den Erwerb des Spiels gelten die jeweils gültigen nationalen Jugendschutzgesetze.

6 Gedanken zu „Review – Dead Space Ignition DEMO

  1. Sehr gut, das ist jetzt Grund genug, es mir definitiv nicht zu kaufen. Die ganze Dead Space-Mythologie gefällt mir zwar außerordentlich gut, aber jeden Scheiß, den einen EA vorwirft, muss ich deswegen auch nicht kaufen. Vor allem dann nicht, wenn Dead Space 2 in beinahe greifbarer Nähe liegt …

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