Review – Slender

Was wäre, wenn jetzt gerade jemand hinter euch steht???

Im bisher kostenlosen Spiel “Slender” (getestete Version v0.9.6, Beta) seid ihr alleine nachts in einem abgesperrten Waldstück unterwegs und müsst acht Seiten einsammeln. Was an für sich nicht schwer klingt. Der Haken an der Sache ist, sobald ihr die erste Seite habt, seid ihr nicht mehr alleine… der Slenderman verfolgt euch nun. Bei dem Slenderman (oder auch Slender Man) handelt es sich um eine fiktive Horrorgestalt, die über diverse Internetforen und Photomontagen entstanden und über diverse kleine Geschichten ausgebaut worden ist. Nach der ersten Seite hört ihr eine Art permanentes dumpfes Schlagen und solltet von nun an aufpassen, wo ihr langgeht. Und euch vor allem später auf keinen Fall undrehen. Klingt einfach? Nicht wirklich. Ihr habt nur eure Taschenlampe. Ihr könnt für ganz kurze Zeit laufen. Das war’s. Mehr Hilfe gibt euch das Spiel nicht. Ein Haken an der Sache: je mehr Seiten ihr sammelt, desto näher und näher kommt euch der Slenderman. Seht ihr den Slenderman direkt (egal aus welcher Entfernung), verzerrt sich das Sichtfeld zu einem Rauschen zusammen mit einem immer höher werdenden hellen Rauschton. Ist es ganz laut und hell geworden… nunja, seht selbst. Berührt ihr den Slenderman, seid ihr auch weg vom Fenster (gilt auch, wenn ihr rückwärts geht und ihn nicht direkt seht… dann seht ihr ihn nämlich ganz automatisch direkt an).


Aber warum funktioniert das Spiel so, wie es funktioniert? Erstmal ist sowieso die instinktive Angst vor der Dunkelheit. Speziell in einer für uns unbekannten Umgebung verstärkt sich dieses Gefühl. Das, was wir im schwachen Licht der Taschenlampe zu erkennen glauben, ist nicht besonders viel, daher konzentrieren wir uns stärker auf das, was wir gerade so eben erkennen können. Anspannung und Unbehagen ergeben eine fiese Kombination. Der Sound ist sehr lebendig, man hört Insekten im Hintergrund und insbesondere die eigenen lauten Schritte auf dem Boden, Es knackt und knarzt, dass es einem die Haare zu Berge stehen lässt. Wenn man alles will, wenn einem eine Kreatur mit übernatürlichen Kräften folgt, die es auf einen abgesehen hat, aber man will es leise tun. Je weiter man kommt, also je mehr Seiten man sammelt, desto bedrohlicher und unheimlicher wird die Soundkulisse und man kann die Anspannung auch als Spieler mit jeder Faser spüren. Laufen kann man, aber auch nur relativ kurz, danach muss der Spieler sich erst mal erholen. Das erzeugt mehr als einmal ein Gefühl von Verwundbarkeit und Machtlosigkeit. Die Baumgruppen sind so verteilt, dass man sehr schnell jegliche Orientierung verliert, wenn man sich ins Gehölz begibt. Und ist man dann irgendwann gezwungen umzudrehen und ihn dann zu sehen, ist eines schon vorprogrammiert, wenn man empfänglich für diese Art von Schrecken ist: nackte Panik!


Kurzum ist “Slender” bis jetzt ein Beispiel, wie Angst als zentrales Spielelement genutzt wird, ohne sich dabei abzunutzen. Keine Waffen, keine Gewalt, keine Sicherheit in einer Gruppe, man wird als Spieler in dieses Spiel geworfen und wird dann mit Angst konfrontiert. Einziges Problem könnte für einige wenige Spieler sein, bei denen sich der Angsteffekt abnutzt und die dann nur noch versuchen durch das Spiel zu rushen. Trotzdem haben wir es mit dem Spiel bis jetzt mit einer echten Perle des Horrorgenres zu tun, die jeder PC-Spieler ausprobiert haben sollte, der dem Genre nicht abgeneigt ist und über das notwendige Nervenkostüm verfügt… oder eben auch nicht.

Ich würde mir wünschen, dass für die finale Version noch ein bisschen am Spiel geschraubt wird und wäre nicht abgeneigt, diese Perle über die üblichen Downloadplattformen für Spiele (Steam, Desura, GamersGate) zu einem fairen Preis zu kaufen.


Hier der Teaser zum Spiel (Version 0.9)

Hier noch anbei Download-Links zu den bisher erhältlichen Versionen. (Download-Links auf v0.9.6 am 06.08.2012 aktualisiert
)
PC Version v0.9.6
Mac Version v0.9.6

Die Downloads stammen nicht von mir, sondern von dem Hersteller des Spiels. Dieser hat die Links öffentlich auf der Youtube-Videoseite des Teasers bereitgestellt. Sie sind virenfrei, für eventuelle Schäden durch das Spiel, Malware o.ä. übernehme ich naturgemäß keinerlei Haftung. Personen, die Herzprobleme haben und/oder sehr schreckhaft sind, rate ich dringend ab, dieses Spiel zu spielen. Ich danke herzlich dem Entwickler Parsec Productions, dass sie dieses Spiel derzeit kostenlos für die Spieler bereitstellen.

- Name und Systeme:
Slender (PC, Mac)

- Spieleranzahl:
1

- Mehrkosten:
keine, da bisher Beta-Phase und kostenlos

- gelungen:
Atmosphäre, Horrorfaktor, Sound, Schwierigkeitsgrad, Wiederspielbarkeit

- weniger/nicht gelungen:
Einstellung der Steuerung und Grafik nicht möglich

- hätte besser sein können:
Sprintfunktion noch ein wenig zu unausgeglichen, Darstellung des Slenderman noch ein wenig zu plump

- Kaufempfehlung für:
Fans von “Amnesia: The Dark Descent”, Horrorfans, harte Spielernaturen die wieder Angst in einem Spiel haben wollen, Leute mit Nerven aus Drahtseilen, “Dead Space 3″-Boykottierer

- Gesundheitswarnhinweis:
Das ist kein Witz! Personen, die Herzprobleme haben und/oder sehr schreckhaft sind, rate ich dringend ab, dieses Spiel zu spielen.

Bitte beachten!
Dieses Spielereview unterliegt ausschließlich meiner persönlichen Betrachtungsweise und ist zu keinem Zeitpunkt dem Leser Objektivität schuldig. Die Eindrücke und Erfahrungen während des Spielens können, abhängig vom Gemütszustand der spielenden Personen, Fanboyallüren, verwendeter Technik und anderen ggfs. relevanten Faktoren stellenweise erheblich variieren. Dieser Artikel stellt keine Werbung im eigentlichen Sinne dar, sondern spiegelt lediglich meine eigene Betrachtung des Spiels wieder. Das Lesen dieses Artikels ist für alle Altersgruppen gestattet, für den Erwerb des Spiels gelten die jeweils gültigen nationalen Jugendschutzgesetze. Das hier ist kein normales Review, es ist eine Liebeserklärung. An Videospiele und ihre Spieler. An das eine Element in dem Spiel, das uns dazu bringt, Stunden um Stunden in dieses Hobby zu investieren und etwas dafür zurückzubekommen. Spiele sind kulturelle Bereicherung und Computer-/Videospiele sollten davon nicht ausgenommen sein.

Alle Bilder entstammen Screenshots, die ich aus dem Spiel erstellt habe. Unterschiede in der Darstellung ergeben sich durch die vorhandene Hardwarekonfiguration. Alle Logos, Darstellungen etc. gehören ihren jeweiligen Inhabern.

P.S.
Der Slenderman ist nicht real. Ernsthaft.
Er ist nur eine Geschichte, die sich Leute ausgedacht haben, um ihren Spaß zu haben und allen anderen Angst einzujagen, die daran glauben.
Mal ernsthaft, wenn der Slenderman real wäre, würde er jetzt doch garantiert hinter mir stehen und solange meinen Kopf auf den Tisch hämmmern, bis ich tothbadkbhuD F fad=( F80 f09qge7 7t 97tgqeg qdfipaodf iu vew uvzz fvoihvgohds eOI ZV

Ein Gedanke zu „Review – Slender

  1. Ich muss sagen, deine Beschreibung und die Bilder versprechen echten grusel. Mit dem rushen hast du recht. Ich hab damals bei Silent Hill mir fast in die Hosen gemacht. Hab es dann letzes Jahr nochmal gespielt, mit Lösung dabei, falls ich was nicht finde. Und bin letztendlich komplett durchgerusht. Silent Hill 1-3 komplett durchgezockt und kaum gegruselt. Aber wenn man sich daruf einlässt, dann wird es wirklich fies.
    Im Video sah der Slenderman jetzt eher billig aus..Müsste man vllt noch was verschönern. Er sollte mehr gruselig als albern aussehen haha
    Und vllt, dass er, wenn man ihn direkt ansieht, so extrem schnell auf einen zurennt. Leichter Schockeffekt dann noch. Ich glaub dann würd ich nen Herzinfarkt kriegen haha. Sowas is gar nix für mich^^

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